T-Home bietet VDSL 25- und 50-Anschlüsse in verschiedenen Paketkombinationen an. Die Seite Telefonieren und Surfen im Überblick auf dem T-Home-Server...

T-Home bietet VDSL 25- und 50-Anschlüsse in verschiedenen Paketkombinationen an. Die Seite Telefonieren und Surfen im Überblick auf dem T-Home-Server liefert einen tabellarischen Vergleich enthaltener Leistungen der Komplettpakete aus der Call & Surf-Reihe. Allen gemein ist eine Internet-Flatrate; eindeutig und ohne Sternchentext auch beim Call & Surf Comfort VDSL Paket.

Aber Achtung! Weder auf der Website noch bei einer telefonischen Bestellung wird erwähnt, daß die Internet-Flatrate bei besagtem Paket kastriert ist! Wir dürfen also über eine weitere Perle aus der Reihe Nepper, Schlepper, Bauernfänger berichten, denn es handelt sich nicht um eine echte Flatrate mit unbegrenztem Datenvolumen. Stattdessen ist der Leistungsbeschreibung “Call & Surf Comfort VDSL 25/Standard” in Abschnitt 1.2.1.1 zu entnehmen:

Ab einem übertragenen Datenvolumen von 100 GB in einem Monat wird die Übertragungsgeschwindigkeit des Internet-Zugangs für den Rest des Monats auf maximal 6016 kbit/s für den Downstream und 576 kbit/s für den Upstream begrenzt.

Eine Anti-Vielsaugerklausel, verborgebn in den Untiefen der AGB, wohlwissend, daß kein normaler Mensch vor Vertragsabschluß die vollständigen Geschäftsbedingungen nach etwaigen Fußangeln durchsucht. Der c’t sei Dank, und das immer wieder, gibt es in der aktuellen Ausgabe 23/2009 einen VDSL-Anbieter- und Tarif-Vergleich DSL mit Turbo, dem dieser wertvolle Hinweis zu entnehmen ist.

Zwar scheinen auf den ersten Blick 100 GB mehr als ausreichend zu sein. Aber gerade vor dem Hintergrund rapide steigender Datenvolumina, allen voran die zunehmende Verbreitung von HDTV-Download und -Streaming-Angeboten, kann diese Grenze schnell erreicht sein. Fernab des konkreten Bedarfs ist eine gethrottelte Flatrate schlichtweg keine Flatrate im Sinne des Wortes. Der Abschluß eines 24-Monats-Vertrages mit beschränktem Downloadvolumen und ungewissen Upgrade-Möglichkeiten verbietet sich daher von selbst. Ergo Widerruf!

[Update] Was sind die Alternativen? 1und1 bietet im Doppel-Flat 25.000 Paket eine unbeschränkte Internet-Flatrate an. 1und1 hat in den letzten Tagen seine Paketstruktur nebst Internet-Auftritt überarbeitet. Statt einer 25 MBit-DoppelFlat wird nun ausschließlich ein 50 MBit Anschluß im 1&1 DSL-HomeNet 50.000 Paket angeboten. Stand 08.11.2009 läuft eine Promotion, die den monatlichen Preis um 10,- € auf 39,90 € (ohne Zusatzpakete) rabattiert. Allerdings gilt auch hier: Holzauge sei wachsam! Denn während des Bestellprozesses werden per Opt-Out verschiedene Zusatzpakete angeboten, die den Monatspreis nach den ersten Kostenlosmonaten in die Höhe treiben. Der Bestellprozess zeigt sich nun deutlich aufgeräumter. Die einzelnen Optionen müssen explizit angewählt werden (Opt-In), allerdings wird noch immer eine Security-Suite mit in den Warenkorb gepackt, die am Ende der Bestellung explizit abgewählt werden muß, damit nach den ersten Kostenlosmonaten keine unerwarteten monatlichen Mehrkosten entstehen.

Im umkämpften DSL-Markt wir schon seit langem mit harten Bandagen gekämpft. Die Kreatitivät, mit der Kunden in lang laufende Knebelverträge gelockt werden sollen, ist offensichtlich grenzenlos. Ob Verbraucherverbände, renommierte Gazetten oder Hands-On-Berichte aus der Blogosphäre: Aktuell scheint Nichts und Niemand dem Trend nach immer ausgeklügelteren Abzockermethoden etwas entgegensetzen zu können.

[Update 26.10.2011] In der Tickermeldung Telekom muss auf VDSL-Drosselung hinweisen berichtet Heise Online, daß die Telekom gegen den Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) einen Prozeß verloren habe. Seither darf sie Ihre VDSL-Breitbandanschlüsse nicht mehr mit der Aussage “ohne Zeit- und Volumenbeschränkung” anbieten. Stattdessen muß sie deutlich auf die Drosselung der Up-/Download-Geschwindigkeit ab einem Volumen von 100 GB / Monat hinweisen. Die Urteilsschrift steht auf den Seiten des vzbv als PDF-Dokument bereit: telekom_lg_bonn_19.09.2011.pdf. Der Schrift ist zu entnehmen, daß die Klage am 08.10.2010 zugestellt wurde. Elf Monate später ergeht nun also endlich ein Urteil. Und 23 Monate, nachdem wir hier darüber berichteten… [/Update]

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