Did you watch porn?

Auf eine solch schamlos indiskrete Frage dürften die meisten Kohlestoffeinheiten (gemeint sind Weibchen und Männchen) mit einem beherzt entrüsteten “Selbstverständlich...

Auf eine solch schamlos indiskrete Frage dürften die meisten Kohlestoffeinheiten (gemeint sind Weibchen und Männchen) mit einem beherzt entrüsteten “Selbstverständlich nicht!” anworten. Der zugehörige empörte Gesichtsausdruck wird aber in der Regel nur noch durch den Mangel an Glaubwürdigkeit einer solchen Aussage übertroffen. Dabei liegt es diesem Posting fern, mit einem ethischen Zeigefinger wichtigtuerisch in der Luft herumzufuchteln. Gehen wir also in medias res und zeigen, was es mit dem Web, den Browsern und dem Pornokonsum auf sich hat.

Did you watch porn?

Auf der Suche nach Informationen darüber, wie eine Web-Site alle auf dem Rechner eines Besuchers gespeicherten Cookies auslesen kann, hat der Datenkrake u.a. diesen Treffer aus dem Blog des Journalisten Andreas Winter produziert: Did you watch Porn? Dort erfahren wir, daß es, passend zum Betreff [s|m]eines Posts tatsächlich eine Seite gibt, die sich didyouwatchporn.com nennt. Und wir lernen, daß es um die Privatsphäre im Web schlecht bestellt sei, weil Web-Seiten Cookies auf den Rechnern ihrer Besucher speichern. Denn, so der Schluß, wenn eine Web-Site wie didyouwatchporn.com über die auf dem Rechner des Besuchers gespeicherten Cookies herausbekommen kann, welche (Porno-)Seiten dieser besucht hat, dann kann das theoretisch auch jede andere Seite. Und das gilt nicht nur für Schmuddelseiten, sondern ist natürlich auf beliebige Web-Sites nebst deren Inhalten erweiterbar: Politik, Shopping, Religion, etc.

Aber: Wo ist der Zusammenhang zwischen Cookies und besuchten Web-Seiten? Ganz einfach: Es gibt keinen! Oder anders gesagt: didyouwatchporn.com funktioniert, allerdings nicht auf Basis der auf dem Rechner eines Besuchers gespeicherten Cookies. Jeder Browser erlaubt einer Web-Site ausschließlich das Lesen der Cookies, die von dieser Site selber erstellt wurden. Es ist also nicht möglich, über das Auslesen irgendwelcher Cookies die besuchten Seiten eines Web-Surfers abzufragen. Demzufolge ist die Darstellung des Journalisten Winter nicht korrekt.

Es bleibt aber natürlich die Frage, wie didyouwatchporn.com funktioniert? In den guten alten Zeiten des Webs gab es den de facto Standard, noch nicht besuchte Links blau, aktivierte Links rot und bereits besuchte Links violett darzustellen. Und alle Web-Designer da draußen sollten nun einen kurzen Moment inne halten und sich fragen, warum so bekannte Platzhirsche wie Google oder Bing immer noch diesen Standards folgen (Hint: KISS, don’t make me think, gelernt ist gelernt).

Um Links entsprechend ihres Status einzufärben oder bspw. in der Adresszeile eine Web-Adresse während der Eingabe zu vervollständigen (oder auch Alternativen anzubieten), muß sich der Browser merken, welche Seiten bereits besucht wurden. Das macht so ein handelsüblicher Browser eben nicht über Cookies sondern über die sog. Browser-History. Im Firefox kann man sich die zuletzt besuchten Seiten bspw. über das Dreieck am rechten Rand der Adresszeile anzeigen lassen. Bei anderen Browsern gibt es ähnliche Möglichkeiten.

Mit entsprechenden Javascript-Kenntnissen lässt sich nun, unsichtbar für den Besucher einer Web-Site, eine beinahe beliebige Menge an URLs/Internet-Adressen durchprobieren, um zu sehen, ob diese schon einmal besucht wurden. Genau so arbeitet auch didyouwatchporn.com. Dort werden nach dem Laden der Seite im Hintergrund 567 Seiten mit mutmaßlich pornografischen Inhalten als unsichtbare Links in die Seite eingebaut. Im Anschluß wird geprüft, ob eine dieser verlinkten Seiten schon einmal besucht wurde. Im Positivfall gibt es eine entsprechende Meldung.

Did you watch porn?

Allen interessierten Lesern, die sich nur ungern für einen Test von didyouwatchporn.com in den Rotlichtbereich des WWW begeben möchten, stellen wir hier eine Test-Site zur Verfügung.

Haben Sie diese Seiten besucht?

Die Seite prüft gemäß Alexa-Ranking mit Stand 02.08.2010 ob eine oder mehrere der deutschen Top 40 Web-Sites schon einmal besucht wurden. Somit testen wir, abgesehen von Platz 28, nur unverfängliche Seiten.

Das Ganze wurde erfolgreich unter MacOS mit Chrome 5.0, Firefox 3.6, Opera 10.6 und unter Win7 mit IE 8.0 getestet. Mit dem Safari Version 5.0 (MacOS) konnte keine der Top 40 Sites als bereits besucht erkannt werden, obwohl einige davon definitiv zuvor besucht worden waren. Hier versagt auch didyouwatchporn.com, so daß Apple möglicherweise diese Lücke im Safari-Browser geschlossen hat.

Zum Stichwort Sicherheit sei noch erwähnt, daß nur das Abschalten der Browser-History vor einer solchen Spähattacke vollständig schützen kann. Löschen der History in Intervallen oder bspw. bei jedem Schließen des Browsers kann die Größe der Browser-History eindämmen und damit zumindest die Menge bereits besuchter Web-Sites, die mit der beschriebenen Systematik ermittelt werden könnten, reduzieren.

A better way of entering dates in web formulars

The currently used methods for entering dates in web formulars are awkward. After discussing some of the shortcomings and limitations...

The currently used methods for entering dates in web formulars are awkward. After discussing some of the shortcomings and limitations of the currently used methods, we will propose a better way of entering dates in web formulars.

Drop-Down ListNowadays, we usually encounter either drop down lists or calendars or a combination of the two. Short drop down lists are easily handled. But if they get longer, reaching their bottom-most entries is getting cumbersome. A typical drop down list to enter the day of a date has 31 entries. If you, e.g., want to enter the 29th, you have to move the mouse a pretty long way down the screen to finally arrive at number 29. This takes an awful lot of time. Sometimes, you even have to use the scrollbar inside of a drop down list! (Think of a list of countries.)

CalendarCalendars seem to be a better choice but suffer from one major drawback: Each calendar has to start on a specific date. If you stay in the same month and year you can finish your task quite fast. But if you have to choose a different month or year, you usually end up with multiple clicks of some kind of forward/backward buttons. This is time-consuming and not user friendly.

Bearing Fitts’s and Hick’s Law in mind, we present an alternative approach to entering dates, or any data in general, in web formulars esp. if you are dealing with long lists of values. Our solution uses the standard drop down list formular elements as a mnemonic anchor for the user but extends their functionality in such a way, that input of data with the mouse is easier than with the default elements. There is no change in behaviour for keyboard users.

Take a look at the following mockup showing an example for a typical web formular that requests personal data. Besides input fields for the first and last name, street, ZIP etc. we have three drop down lists for the birthday (“Geburtsdatum”).

The standard behaviour of these web formular elements is clear. Without any changes a click on the day drop down list would show all days from one to 31 with only minor differences in appearance and behaviour depending on the browser used.

Our proposal for a better way of entering dates uses Javascript and Layers/CSS to alter the default behaviour of the drop down lists. Upon activating the, e.g., drop down list for the day of birth using the mouse, a semicircle showing the numbers 1 to 12 springs into existence on the right hand side of the drop down element as shown in the following picture.

This way, all the numbers from 1 to 12 can be reached with the same amount of time using the mouse, i.e., all numbers have the same distance to the drop down list’s button element (i.e. the triangle) conserving mouse movement. Either the fast forward symbol left to number 12 ist used to scroll to the following numbers 13, 14 etc. Or you can use, even more conveniently, the scroll wheel of your mouse. As soon as number 1 scrolls “out” of the semicircle a fast backward symbol is shown at the top of the semicircle. Usability regarding scrolling heavily depends on the scroll speed. This is still subject to testing. A full 360° circle showing all numbers from 1 to 31 would be perfect, but either the circle is getting to big or the numbers are getting too small for the Art Directors to be happy. ;)

No voodoo how the month…

…and year will look like.

We are still optimizing the user experience. First tests indicate a notable improvement in the time used to enter dates in web formulars using the described semicircle-approach. As soon as the tests and optimizations have been finalized, we will show examples so you can try it out for yourself.

Scrolling, flexible Eingabefelder, Conversion Rate und die Top 10 Erfolgsfaktoren/Fehler im Web Development

[ad#468×15] Eine kurze Sammlung interessanter Web-/Blogartikel, die sich mit dem Scroll-/Leseverhalten von Web Usern, flexiblen Eingabefeldern, der Conversion Rate als...
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Eine kurze Sammlung interessanter Web-/Blogartikel, die sich mit dem Scroll-/Leseverhalten von Web Usern, flexiblen Eingabefeldern, der Conversion Rate als nur einer von vielen wichtigen Web Metriken und den Top 10 Erfolgsfaktoren und Fehlern im Web Development beschäftigen.

Jakob Nielsen, Altmeister der Usability, berichtet von einer Eyetracking Studie zum Thema Scrolling and Attention. Wesentliche Erkenntnis: Obwohl vertikales Scrolling auf Web-Seiten mittlerweile gelernt und akzeptiert ist, verwenden nach wie vor 80% der Web User ihre Zeit, um Informationen “above the page fold” zu betrachten. Es lebe Pareto!

Luke Wroblewski schreibt eine kurze Abhandlung über Flexible Credit Card Inputs. Dabei geht es am Beispiel von Eingabefeldern von Kredikartendaten um Vorgaben, die dem Nutzer das Leben erschweren, indem eine Nummer bspw. unbedingt mit oder ohne Leerzeichen, eine Vorwahl mit oder ohne führende Null etc. eingegeben werden muß. LukeW empfiehlt flexible Eingabefelder, die nicht den Bedürfnissen einer im Hintergrund werkelnden Datenbank entspringen, sondern die intuitiv und ohne Beachtung restriktiver Eingaberegeln vom Nutzer bedient werden können. Don’t make them think!

Dr. Pete fügt im SEOmozBlog der Diskussion um Web Metriken seine Sicht zum Thema When Conversion Rate Isn’t Enough hinzu. Zwar ist die Conversion Rate eine wichtige Größe, um die Performance einer Web Site zu messen. Aber es ist eben nur eine Kennzahl, die, allein betrachtet, keinen Blick auf das große Bild gibt: “We just have to remember to never get so enamored with one metric that we neglect the big picture.”

Und noch einmal Jakob Nielsen – diesmal mit einer älteren Alertbox vom 12. März 2007. Drei Jahre alt, für Web-Verhältnisse gefühlt also eher 20 Jahre, und dennoch topaktuell! In den 10 High-Profit Redesign Priorities geht es um die Top zehn Maßnahmen mit denen das Web Business erfolgreicher wird. Hier sind sie: Email Newsletters, Informative Product Pages, High-Quality Photography, Product Differentiation and Comparisons, Support for Reordering, Simplified Text, Catering to Seniors, Gift-Giving Support, Search und User Testing. Dabei gehört m.E. User Testing eigentlich an den Anfang der Liste, aber Nielsen gibt selber die Erklärung, warum sich dieser Punkt am Ende befindet.

Passend zu den vorangegangen Redesign Priorities noch abschließend seine Top Ten Mistakes in Web Design. Letztes Update in 2007 und ebenfalls allesamt ohne Ausnahme gültig: Bad Search, PDF Files for Online Reading, Not Changing the Color of Visited Links, Non-Scannable Text, Fixed Font Size, Page Titles With Low Search Engine Visibility, Anything That Looks Like an Advertisement, Violating Design Conventions, Opening New Browser Windows und Not Answering Users’ Questions.