30
Mar/08
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Flash-, LayerAd- und URL-Blocker für Opera

Die Werbegängelei im Internet nimmt stetig zu. Der “letzte Schrei” sind Layer-Ads oder auf Flash basierende Werbefenster, die gerne animiert auf den Bildschirm fliegen, um dann erst nach Klick auf einen meist mikroskopisch kleinen Schließenknopf wieder zu verschwinden. Die in den Browsern verbauten PopUp-Blocker kommen unterschiedlich gut mit den verschiedenen Werbebelästigungen zurecht, wobei sich Opera mit LayerAds besonders schwer tut.
   Beginnen wir aber zunächst mit einer Maßnahme gegen die generell überbordende Verwendung von Flash-Elementen in Web-Seiten. A.Ruzanov hat einen FlashBlocker für Opera9 entwickelt, der auf Operas User-JavaScript-Funktionalität setzt. Da sich die Installationsanleitung ausschließlich auf Windoze bezieht, hier das Ganze für MacOS:

  1. Die Datei FlashBlocker.css ins Verzeichnis /Users/<username>/Library/Preferences/Opera Preferences/Styles/user kopieren. (<username> durch eigenen Usernamen ersetzen)
  2. Die Datei FlashBlocker.js in das eigene User-JavaScript-Verzeichnis kopieren. Möglicherweise existiert ein solches Verzeichnis noch nicht; das Verzeichnis kann über Preferences » Advanced » Content » JavaScript Options… ermittelt bzw. eingetragen werden.
  3. Blocker über View » Style » Flash Blocker einschalten.

Test des FlashBlockers bspw. auf der Seite von Macromedia. Erscheinen F-Icons anstelle der Flash-Elemente, dann verrichtet der Blocker seinen Dienst. Mit Klick auf ein F-Icon kann das zugehörige Flash-Element gestartet werden.
   Nun geht’s den LayerAds an den Kragen. Zum einen wird die Datei urlfilter.ini (MacOS unter /Users/<username>/Library/Preferences/Opera Preferences zu finden, Windows C:\Dokumente und Einstellungen\<Username>\Anwendungsdaten\Opera\Opera\profile), um die Einträge aus der von ad-flitzer zur Verfügung gestellten urlfilter.ini ergänzt. Zum anderen soll es helfen, die folgenden Einträge in die hosts Datei einzufügen (MacOS /private/etc/hosts, Windoze %SystemRoot%\system32\drivers\etc\hosts).

127.0.0.1	ilead.track.it
127.0.0.1	www.layer-ads.de
127.0.0.1	layer-ads.de
127.0.0.1	www.sponsorads.de
127.0.0.1	sponsorads.de
127.0.0.1	www.way2cash.eu
127.0.0.1	www.ad4cash.de
127.0.0.1	www.adpark.de
127.0.0.1	www.adspin.de
127.0.0.1	www.gigacash.de
127.0.0.1	www.propaid.de
127.0.0.1	www.scash.de
127.0.0.1	ad.zanox.com
127.0.0.1	bin-layer.de
127.0.0.1	zanox-affiliate.de
127.0.0.1	binlayer.de

Damit sollte sich zumindest die Zahl nerviger Werbeeinblendungen reduzieren lassen. Und wer nicht weiß, was er mit den hier genannten Maßnahmen in seinem System tut, sollte es einfach lassen. ;) Alle Angaben ohne Gewähr!


Kategorie » Nerd Talk
9
Mar/08
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†Joseph Weizenbaum

Am 05.03.2008 verstarb Joseph Weizenbaum im Alter von 85 Jahren. Im Rahmen seiner wissenschaftlichen Karriere erfuhr Weizenbaum eine Wandlung vom Computerwissenschaftler zum Wissenschafts- und Gesellschatskritiker, der sich selber gerne als “Ketzer der Informatiker” bezeichnete. Joseph Weizenbaum Als eines seiner berühmtesten Werke gilt das 1976 veröffentlichte Computer Power and Human Reason, das sich kritisch mit dem Problemfeld Computer und Gesellschaft auseinandersetzt. Vier Jahre zuvor veröffentlichte Weizenbaum in der ZEIT einen vielbeachtetetn Artikel zum Albtraum Computer, der als Einstieg Weizenbaums in den Computerkritizismus gilt. In einem kurzen und außerordentlich lesenswerten Artikel fasst Weizenbaum seine wesentlichen Glaubenssätze zusammen:

Wir gegen die Gier
Von Joseph Weizenbaum
Die Erde ist ein Irrenhaus. Dabei könnte das bis heute erreichte Wissen der Menschheit aus ihr ein Paradies machen. Dafür müsste die weltweite Gesellschaft allerdings zur Vernunft kommen.

Die Naturwissenschaften sind nicht die einzige Quelle der Wahrheit. Das Fundament der Naturwissenschaften ist der Glaube, nämlich der Glaube, dass die Naturgesetze – nicht nur die, die wir heute kennen – im totalen Raum und seit Anbeginn und bis in die ewige Zukunft herrschen. Doch kein Experiment kann diesen Glauben verifizieren.

Die Aufgabe der Wissenschaft ist es, der Natur Fragen zu stellen. Es gibt unendlich viele Fragen, die gestellt werden können. Von diesen müssen Wissenschaftler die wenigen wählen, die sie tatsächlich bearbeiten können.

Diese Wahl ist vom Zeitgeist der Kultur, in der sie getroffen wird, stark geprägt, fast determiniert. Es folgt, dass die Naturwissenschaft sowie die von ihr abgeleiteten Technologien nicht wertfrei sind.

Sie erben ihre Werte von den Werten der Gesellschaften, in die sie eingebettet sind. In einer hoch militarisierten Gesellschaft sind Wissenschaft und Technologie von den Werten des Militärs geprägt.

In einer Gesellschaft, deren Werte hauptsächlich vom Streben nach Reichtum und Macht abgeleitet sind, sind sie entsprechend gestaltet. Die Werte der Wissenschaft, eingebettet in eine vernünftige Gesellschaft, würden vernünftig, also human sein. Dann würden die von ihr abgeleiteten Technologien nicht mehr dem Tod dienen, sondern dem Leben.

Grössenwahn und Uterusneid

Die komplette Kenntnis der physikalischen, genetischen, neurologischen Strukturen eines Lebewesens genügen nicht, um das Lebewesen zu verstehen.

Wer, zum Beispiel, alle diese Kenntnisse über eine Ameise hat, aber nicht weiss, dass die Ameise in einer riesigen Gesellschaft von Ameisen lebt, versteht die Ameise nicht. Dasselbe gilt für das Verstehen des Menschen.

Es ist im Prinzip unmöglich, den Menschen rein wissenschaftlich zu begreifen. Deswegen ist das Streben, Roboter in Menschgestalt herzustellen, absurd. Es kann nur aus Grössenwahn oder Uterusneid entstehen.

Der Glaube, dass Wissenschaft und Technologie die Erde vor den Folgen des Klimawandels bewahren wird, ist irreführend. Nichts wird unsere Kinder und Kindeskinder vor einer irdischen Hölle retten.

Es sei denn: Wir organisieren den Widerstand gegen die Gier des globalen Kapitalismus.

Das Bewusstsein, dass alle Menschen Geschwister sind, muss den Zeitgeist ersetzen. Kooperation statt Konjunktur, Bescheidenheit statt unbegrenzter Konsum, Ehrfurcht vor dem Leben statt Roboter: Diese Ziele müssen unsere heutigen Werte ersetzen.

Würde die weltweite Gesellschaft nur vernünftig sein, könnte das bis heute erreichte Wissen der Menschheit aus dieser Erde ein Paradies machen. In der Tat ist sie kein Paradies, sondern ein Irrenhaus – doch nicht, weil wir etwa nicht genug wissen.

Metaphern und Analogien bringen, indem sie disparate Kontexte zusammenfügen, neue Einsichten hervor. Fast all unser Wissen, einschließlich des wissenschaftlichen, ist metaphorisch. Deswegen auch nicht absolut.

Als Beispiel der Anwendung von Metaphern in den Naturwissenschaften fällt mir dieses ein: Ein schwarzes Loch ist ein Stern, dessen Anziehungskraft so stark ist, dass keine Information entfliehen kann. Aber buchstäblich ist so ein Stern nicht “schwarz”, noch ist er ein “Loch”. Und Information, also elektromagnetische Teilchen, “entfliehen” den ordinären Sternen nicht.

Mein Kollege Norbert Wiener schrieb einmal: “Information ist Information, nicht Materie oder Energie.” Sie ist immer eine private Leistung, nämlich die der Interpretation, deren Ergebnis Wissen ist. Information hat, wie, zum Beispiel die Aufführung eines Tanzes, keine Permanenz; sie ist eben weder Materie noch Energie. Das Mass der Wahrheit des produzierten Wissens hängt von der Qualität der angewandten Interpretation ab.

Wissen überlebt, nämlich indem es den denkenden Menschen buchstäblich informiert, also den Zustand seines Gehirns ändert. Claude Shannons Informationstheorie lehrt uns, dass die Bedeutung einer Nachricht von der Erwartung des Empfängers abh/auml;ngt. Sie ist nicht messbar, denn Nachrichten sind pure Signale, die keine inhärente Bedeutung bergen.

Enthält das New Yorker Telefonbuch Information? Nein! Es besteht aus Daten, nämlich aus Texten, die, um zu Information und Wissen zu werden, interpretiert werden müssen. Der Leser erwartet, dass gewisse Inhalte Namen, Adressen und Telefonnummern repräsentieren. Enthält dieses Telefonbuch die Information, dass viele Armenier nahe beieinander wohnen?

Befragen Sie die Daten!

Nein. Aber jemand, der weiss, dass die Namen vieler Armenier, zum Beispiel Hagopian, auf “ian” enden, und der die Texte des Telefonbuchs im Licht dieser Hypothese interpretiert, kann sicherlich mit Hilfe eines Computerprogramms die entsprechenden Daten isolieren und anschliessend sortieren.

Die höchste Priorität der Schule ist es, den Schülern ihre eigene Sprache beizubringen, sodass sie sich klar und deutlich artikulieren können: in ihrer stillen Gedankenwelt ebenso wie mündlich und schriftlich. Wenn sie das können, dann können sie auch kritisch denken und die Signale, mit denen sie ihre Welt überflutet, kritisch interpretieren. Wenn sie das nicht können, dann werden sie ihr ganzes Leben lang Opfer der Klischees und Schablonen sein, die die Massenmedien ausschütten.

Der Philosoph Gregory Bateson kam zu dem Schluss, Information sei eine Differenz, die eine Differenz verursache. Datenmengen könnten ohne relevantes Organisationsprinzip oder geeignete Hypothese nicht zu Wissen gemacht werden. Solche isolierten Datenmengen können also keine Differenz verursachen. Die Fähigkeit, eine gute Frage zu formulieren, entspricht in diesem Sinn dem Entwickeln eines Experiments in der Physik.

Leider habe ich den Dichter Ionescu nie kennengelernt. Von ihm stammt die Aussage: “Alles ist sagbar in Worten, nur nicht die lebende Wahrheit.” Ich würde zu Ionescu sagen: Sehr vieles ist darstellbar durch die Naturwissenschaften, aber nicht die lebende Wahrheit.

Da er zu diesem Zeitpunkt bereits gegen den Krebs kämpfte, könnte diese Schrift, die Weizenbaum selber mit “An was ich glaube” betitelte, auch als Lebensbilanz verstanden werden. RIP.


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5
Mar/08
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Pablo hat’ä mir eine Dip gegeben!

Am Ende dieses Posts stelle ich der Allgemeinheit, nicht nur selbstlos sondern vor allem auch entgeltfrei, meine Diplomarbeit zur Verfügung. Ein unvergleichlicher Akt von basedowschem Philanthropismus, dessen Inhaltsleere just in dem Moment immanent wird, da das Wissen um die ohnehin (entgelt)freie Verfügbarkeit dieser Art von wissenschaftlichen Veröffentlichungen im Erkenntnisraum des geneigten Lesers auftaucht. Zur Vorgeschichte…
   Während eines kollegialen Austauschs über Werdegang, Studium & Co. wird den Beteiligten bewußt, daß ihre Diplomarbeiten zwar im Datenbunker der eigenen Festplatte gehortet werden, sich aber eines schnellen virtuellen Blätterzugriffes entziehen, da sie allesamt im LaTeX-Format auf ihr digitales Dahinscheiden warten. Auch ein möglicherweise vorhandenes Postscript-Exemplar ist nur noch bedingt hilfreich, hat sich doch das PDF-Format – einer globalen Pandemie gleich – ausgebreitet. Damit ist der Auftrag schnell formuliert: Die Dip muß her, und zwar im PDF-Format!
   Nach kurzer Recherche ist eine passende TeX-Distribution für den Mac namens MacTeX gefunden. Nach dem Download läppischer 744,5 MB (sic!) und Installation der entpackten 1,6 GB (doppel-sic!) darf endlich wieder in der Konsole nach Herzenslust gelatext, gebibtext und gemakeindext werden. Einige Kompilationsläufe später ist das gute Stück fertig: Eine Analyse intrinsischer Hardware-Evolution digitaler Schaltkreise. In wunderschönem Layout, mit professionellen Marginalien, und ganz demütig gesprochen schlichtweg eine Augenweide! :]


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Kategorie » Rocket Science
2
Mar/08
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Von der Dose zum Mac: Fenster, Butler, Alles

In den Artikeln Alle Fenster (nicht) minimieren und insb. Fenster minimieren revisited dachte ich noch, die ultimative Lösung zum Minimieren/Verstecken aller Fenster gefunden zu haben. Im Artikel Doppelklicknetzwerkumgebungswechsel war ich der Meinung, ein Doppelklick zum Netzwerumgebunswechsel sei der Weisheit letzter Schluß. Aber es geht noch viel besser! Man nehme Butler, ein auf der Homepage des Autors schlicht als “productivity tool” bezeichnetes Werkzeug. Hier der Klappentext:

Butler’s purpose is to make it easier for you to perform different — potentially recurring — tasks. Butler lets you arrange these tasks in its fully customizable configuration. There, you can assign one or more triggers to a task [...] Due to its unique variety of triggers and tasks, Butler is more flexible than any other productivity tool you’ve seen before. That’s why we call it the Original Many-Tricks Pony. So don’t worry if you don’t have a use for all of its features right from the beginning. Just start using Butler and discover a new feature every day.

Der letzte Satz ist ernst zu nehmen, Butler strotzt vor Features. Mit ein wenig explorativer Neugier sind schnell zwei neue Shortcuts erstellt, die die in den o.g. Posts gezeigten Applescripts ausführen. Fortan lässt Ctrl+Alt+Cmd+M alle Fenster vom Desktop verschwinden. Und nach einem beherzten Ctrl+Alt+Cmd+L teilt mir die liebreizende Zarvox-Stimme mit, zu welcher Netzwerkumgebung gewechselt wurde. Butler ist Donation-Ware, yukk!


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